Archiv: FLINTA Statement der Linksjugend Leipzig

Archiv: FLINTA Statement der Linksjugend Leipzig

Im Folgenden veröffentlichen wir ein Statement, dass die FLINTA der Linksjugend Leipzig (heute Linksjugend Leipzig Süd) im Sommer 2021 geschrieben und beim Plenum verlesen haben.

Im Vorfeld des Statements kam es zu den darin benannten Vorfällen. Im Anschluss an das Statement kam es durch die Männer jedoch zu keinerlei Bemühungen die Situation zu verändern und eher zu transfeindlichen Ausfällen. Von diesen und weiteren Erfahrungen, die wir daraufhin machen mussten, bevor wir eine neue Basisgruppe gegründet haben, erzählen wir in diesem Artikel.

Wir finden es wichtig, das Statement hier zu archivieren, damit der unerträgliche Zustand der Linksjugend (Leipzig) endlich aufgearbeitet werden kann.

Liebe Männer,

wir haben lange eure Misogynie stillschweigend ertragen. Manchmal haben wir uns doch dagegen gewehrt, jedoch hat das bei euch nicht gefruchtet. Ihr nennt euch feministisch, reproduziert jedoch mackerhaftes Verhalten. Ihr tragt „Feminismus oder Schlägerei“ T-Shirts, ihr tretet den Feminismus mit Füßen und jetzt bekommt ihr die Schlägerei. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem wir uns direkt gegen euer Verhalten wehren.

Es ist unverschämt, dass FLINTA* Strukturen belächelt und nicht ernstgenommen werden. Sexualisierte Gewalt wird heruntergespielt oder noch schlimmer: Einige Personen nehmen die Folgen und Bedürfnisse für Betroffene nicht ernst. Wenn wir versuchen das Gespräch mit euch zu suchen, werden wir verspottet und nicht ernst genommen. Es hilft nicht, wenn ihr nur sagt, dass ihr sich selbst reflektiert, sondern ihr solltet es auch tun. Wir wissen, dass ihr uns wahrscheinlich nicht zuhört und stattdessen lieber mit anderen Personen schreibt, mit Stiften rumspielt oder euch selbst anhimmelt, trotzdem erwarten wir von euch, das erste Mal überhaupt, uns wirklich ernst zu nehmen. Wir sind wenige und das liegt vorrangig daran, dass Feminismus in dieser Gruppe keinen Platz hat. Und nein, es macht euch nicht besser, wenn ihr eure Nägel lackiert, am 8. März auf Demos geht, feministische Transpis bemalt oder Simone de Beauvoir lest, aber keine Handlungen daraus folgen lasst. Der Gedanke muss zur Tat werden. Theorie ist nicht alles, Theorie ist nichts ohne Praxis.

Auch, wenn ihr dieses Verhalten nicht zeigt, aber trotzdem nicht gegen solches vorgeht, unterstützt ihr dies und seid Teil des Patriarchats, das ihr vermeintlich versucht zu bekämpfen.

Wir, alle FLINTAs, fordern jetzt von euch, dass wir feste FLINTA Strukturen innerhalb der Linksjugend Leipzig aufbauen. Dafür werden wir den ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr benutzen. Das wäre dann der 1. Juli 19 Uhr, dann der 5. August 19 Uhr und so weiter. Wir werden dafür den BBB Raum der Basisgruppe Leipzig bzw. dann den normalen Plenumsort in Präsenz nutzen. Es darf keine nicht-FLINTA* Person an unseren Plena teilnehmen. Ihr werdet euch trotzdem treffen und selbst organisieren. Mackerstrukturen werden auch außerhalb der Plena protokolliert und analysiert, bis diese beseitigt sind. Ihr seid dem FLINTA* Plenum in diesem Moment unterstellt. Das schuldet ihr uns!

Wenn sich diese sexistischen Kommentare oder Herunterspielungen von sexualisierter Gewalt noch einmal wiederholen, wird die Aufschrift eurer T-Shirts Realität werden, dann bekommt ihr eure Schlägerei.

Ihr habt euch mit der Arbeit in der Linksjugend dafür verpflichtet feministisch zu handeln und aktuell tut ihr alles, nur nicht das!

Hiermit rufen wir alle FLINTA* Personen auf den BBB Raum zu verlassen. Ihr hört von uns…

Eine Antwort zu “Archiv: FLINTA Statement der Linksjugend Leipzig”

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